Aschaffenburg: Stadt (The town)

Wer kennt schon Aschaffenburg? ¬†Und weshalb? ¬†Des Schlosses wegen? ¬†Das ist immerhin so gro√ü, da√ü man es von weitem liegen sieht, von der Autobahn oder aus dem Zug. ¬†Aber die Stadt bietet einiges mehr. ¬†Voran die ehemalige Stiftskirche St. Peter und Alexander, die sich jetzt die „Stiftsbasilika“ nennt, da Papst Pius XII. sie 1958 zur Basilica minor erhob. ¬†Ich entdeckte sie quasi zuf√§llig, aber sie w√§re, in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert und visuell spektakul√§r, eine eigene Reise wert.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche / Collegiate Church.  Turm / Spire (14. Jh. / 14C)

Die Namen „Peter“ und „Alexander“ assoziieren einen Schlagers√§nger. ¬†Kirchen hei√üen doch so nicht? ¬†Stimmt — au√üer dieser. ¬†Es gibt anscheinend diese Kombination von Titelheiligen sonst nirgends. ¬†Wie die wohl darauf gekommen sind? ¬†Gr√ľnder des Stifts war jedenfalls Herzog Liudolf von Schwaben Mitte des 10. Jahrhunderts. ¬†Einige Zeit sp√§ter fiel Aschaffenburg an die Erzbisch√∂fe von Mainz, die hier sozusagen einen Zweitwohnsitz etablierten und die n√§chsten gut 800 Jahre auch beibehielten. ¬†Das Stift blieb dadurch eng an Kurmainz angebunden, bis es zusammen mit dem Kurf√ľrstentum 1803 aufgehoben wurde.

Aschaffenburg: Stiftskirche St. Peter & Alexander

Aschaffenburg: Stiftskirche St. Peter & Alexander

Der doppell√§ufige Treppenaufgang zur Kirche wurde im 17. Jahrhundert angelegt, die Statuen der beiden Patrone Peter und Alexander stammen von 1723. ¬†Die beiden gro√üen Ma√üwerkfenster im Obergescho√ü geh√∂ren zur Kapelle Maria Schnee von 1516, der Ziergiebel dar√ľber ist neugotisch (nach 1850). ¬†Das ganze Arrangement suggeriert eine Hauptachse der Kirche von der Freitreppe her in Richtung Turm — in Wahrheit l√§uft die Hauptachse aber quer dazu.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Kreuzigungsgruppe vor der Kirche von 1699.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Vorhalle / Vestibule

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Grabsteine in der Vorhalle / Tombstones in the vestibule

Aschaffenburg: Stiftskirche. Grabsteine in der Vorhalle / Tombstones in the vestibule

Aschaffenburg: Stiftskirche, Vorhalle

Aschaffenburg: Stiftskirche, Vorhalle

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

„AN(no) MDXXVII“. ¬†Verwitterung imitiert Verwesung.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Langhaus des 12. Jhs.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Triumphkreuz, ca. 980

Aschaffenburg: Stiftskirche. Triumphkreuz, wohl 982.

Der Kruzifix ist wahrscheinlich eine Stiftung der √Ąbtissin Mathilde von Essen (949-1011), Tochter Kaiser Ottos I. ¬†Ihr ebenfalls Otto genannter Bruder wurde vom Vater 973 zum Herzog von Schwaben gemacht. ¬†Er starb 982 und wurde in der Stiftskirche beigesetzt. ¬†Vermutlich geh√∂rte das Kreuz in den Zusammenhang der Grabanlage. ¬†Es ist dendrochronologisch wie mit der C14-Methode untersucht worden, das Ergebnis lautete aber anscheinend auch im ersteren Fall nicht auf eine genaue Jahreszahl, sondern nur auf den Zeitraum ca. 980-1000. ¬†Aufgrund anscheinend einer Art Testament ging durch Ottos Tod das Stift an Mathildes Vertrauten Erzbischof Willigis von Mainz √ľber.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Triumphkreuz

Aschaffenburg: Stiftskirche. Triumphkreuz

Aschaffenburg: Stiftskirche.  S√ľdliches Seitenschiff / South aisle

Aschaffenburg: Stiftskirche. S√ľdliches Seitenschiff / South aisle

Ab 1515 erhielt der Maler Matthias Gr√ľnewald — einer der Megastars des heutigen Kunstbetriebs, einer Theorie zufolge stammte er aus Aschaffenburg oder aus der Umgebung — mehrere Auftr√§ge f√ľr Bilder f√ľr die Stiftskirche. ¬†Die Bilder gibt es auch noch, doch nur ein einziges blieb in Aschaffenburg — die „Beweinung Christi“, hier hinter Glas zu sehen. ¬†Das Gem√§lde, aus den 1520er Jahren, gilt als das letzte, das von Gr√ľnewald bekannt ist; man sieht es¬†hier besser. ¬†Man k√∂nnte denken, na sowas, selbst davon haben sie anscheinend nur noch die H√§lfte. ¬†Das Bild ist aber gar nicht beschnitten, sondern sah angeblich immer schon so aus — von der trauernden Maria sieht man nur die H√§nde, vom Kreuz nur den Fu√ü.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Epitaph f√ľr den Stiftsherrn Johann Benedict Welle  (1680-1736)

Aschaffenburg: Stiftskirche, S√ľdquerhaus. ¬†Epitaph f√ľr den Stiftsherrn Johann Benedict Welle (1680-1736)

Aschaffenburg: Stiftskirche.   S√ľdliches Seitenschiff / South aisle

Aschaffenburg: Stiftskirche. S√ľdliches Seitenschiff / South aisle

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Grabdenkmal / 'Funerary monument for Carl Friedrich Joseph von Erthal (1816; Heinrich Philipp Sommer)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Grabdenkmal f√ľr / Funerary monument for Friedrich Carl Joseph von Erthal (1808?; Heinrich Philipp Sommer)

Friedrich Carl Joseph von Erthal (1719 Mainz – 1802 Aschaffenburg) war (seit 1774) letzter Kurf√ľrst und Erzbischof von Mainz und eine Zentralfigur der sogenannten katholischen Aufkl√§rung. ¬†U.a. reformierte er das kurmainzische Schulwesen wie auch die Universit√§ten Mainz und Erfurt und strebte eine Ann√§herung an die Protestanten mit dem Fernziel der Schaffung einer √∂kumenischen deutschen Nationalkirche an.

Aschaffenburg: Stiftskirche. Grabdenkmal f√ľr / Funerary monument for Friedrich Carl Joseph von Erthal (1816; Heinrich Philipp Sommer)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Grabdenkmal f√ľr / Funerary monument for Friedrich Carl Joseph von Erthal

„Er kr√∂nte Leopold II. und Franz II. zu Kaisern. ¬†Reich und Kirche Deutschlands und die Rechte des Vaterlandes verteidigte er tatkr√§ftig im Frieden wie im Krieg.“ ¬†Die Inschrift auf der Vorderseite des Denkmals nennt als Stifter Erthals einstigen Koadjutor Carl Theodor von Dalberg, der in der damaligen deutschen Geschichte und dann speziell unter Napoleon eine ungl√ľckliche und tragische Rolle spielte. ¬†Eigentlich wurde mit Erthals Tod am 25. Juli 1802 Dalberg formell sogar nochmals Kur-Erzbischof von Mainz, doch waren damals die linksrheinischen Gebiete mit Mainz selbst ohnehin bereits franz√∂sisch geworden (Vertrag von Lun√©ville 1801) und brachte das Inkrafttreten des Reichsdeputations-Hauptschlusses am 27. April 1803 das Ende der geistlichen Herrschaften. ¬†Dalberg selbst wurde nunmehr Bischof von Regensburg und behielt in dieser Eigenschaft den vorher Mainz zustehenden Rang eines Primas von Deutschland. ¬†Er wurde u.a. mit dem neu geschaffenen „F√ľrstentum Aschaffenburg“ ausgestattet, das nur wenige Jahre Bestand hatte.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Der Inschrift auf der R√ľckseite zufolge blieb das Denkmal allerdings „aufgrund der Widrigkeit der Zeitl√§ufte“ zun√§chst unfertig und lie√ü K√∂nig Max Joseph von Bayern es 1812 vollenden und aufstellen.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  S√ľdquerhaus

Aschaffenburg: Stiftskirche. Nordquerhaus / North transept

Die Stiftskirche erweist sich geradezu als Tummelplatz schillernder, mehr oder weniger verkrachter Existenzen der deutschen, ja der Weltgeschichte: Herzog Otto, Erthal, Dalberg, und…ach, da√ü Albrecht von Brandenburg (1490 Berlin – 1545 Mainz), der ber√ľhmt-ber√ľchtigte Lieblingsgegner Martin Luthers, sich vor der Reformation am Ende seines Lebens nach Aschaffenburg in Sicherheit brachte (denn er war ja Erzbischof nicht nur von Magdeburg, mit nunmehr f√ľr ihn unbewohnbar gewordener Residenz in Halle, sondern auch von Mainz), das wu√üte man doch schonmal, hatte man aber vergessen… ¬†Aber hier ist er. ¬†Sozusagen. ¬†Begraben ist er im Mainzer Dom, aber auch hier hat er kurioserweise ein Epitaph, aus Bronze geschaffen von keinem Geringeren als Peter Vischer. ¬†Und zwar bereits 1525, da hatte der junge Mann, schon Kardinal, noch zwanzig Jahre zu leben, und man war noch in Halle! ¬†Dann wurde das Ding mit vielen anderen Sch√§tzen aus Halle mitgenommen und war am Ende offenbar irgendwie √ľbrig. ¬† Man sieht es hier¬†besser. ¬†Auf meiner eigenen Aufnahme oben wird es verdeckt durch das eigenartige bronzene Baldachin, 1536 von Hans Vischer, wohl ebenfalls f√ľr den von Albrecht pr√§chtig ausgebauten und ausgeschm√ľckten Dom zu Halle. ¬†Sollte es urspr√ľnglich √ľber der Grabplatte stehen? ¬†Da√ü das Epitaph f√ľr waagerechte Montage gedacht war, legt das Kissen unter dem Kopf des Dargestellten nahe. ¬†Der Ausbau des Hallenser Doms erfolgte nicht zuletzt zur Unterbringung des „Halleschen Heiltums“, Albrechts sagenhafter Reliquiensammlung — zweiundvierzig komplette Heilige! achttausendeinhundertdreiunddrei√üig Einzelst√ľcke! zehntausende Jahre Abla√ü wert! sinnigerweise finanziert nicht zuletzt durch Abla√ühandel — Grund f√ľr Dr. Luther, den doppelten Erzbischof als „Abgott von Halle“ zu gei√üeln. ¬†Auch das Heiltum wurde in vielen Wagenladungen 1541 nach Aschaffenburg transportiert, ist heute allerdings teils verloren, teils in alle Winde zerstreut. ¬†Mit Ausnahme des sogenannten Margarethenschreins, der aber Reliquien verschiedener Heiliger enth√§lt: das ist es, was oben auf dem Baldachin ruht.

Aschaffenburg: Stiftskirche. Gotischer Altar in einer der nördlichen Seitekapellen Gothic altar in one of the side chapels of the north aisle

Aschaffenburg: Stiftskirche. Nothelfer-Altar / Altar of the Auxiliary Saints

Der Altar-Aufbau datiert aus dem 19. Jh., unter Verwendung von Material aus dem 15.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Grabdenkmal, datiert 1516, in der Nothelferkapelle.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Nördliches Seitenschiff / North aisle

Aschaffenburg: Stiftskirche. Nördliches Seitenschiff / North aisle

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kruzifix (1862; Ludwig Voltz)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kruzifix (1862; Ludwig Voltz)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kapelle Maria Schnee

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kapelle Maria Schnee

Albrecht von Brandenburg weihte die Kapelle 1516. ¬†Interessant das Gew√∂lbe: vergleiche meine Er√∂rterung des Gew√∂lbes in Bischof Wests Grabkapelle im Dom zu Ely. ¬†Das Altarbild malte Herr Gr√ľneberg. ¬†Kunsthistoriker kennen es als die Stuppacher Madonna (besser zu sehen hier). ¬†Denn irgendwie wurde man das Bild in Aschaffenburg wieder los; um 1800 wurde man dann in Stuppach (bei Bad Mergentheim) darauf aufmerksam und hielt es f√ľr einen „Rubens“ (!). ¬†Die Entt√§uschung war anscheinend gro√ü, als die Zuschreibung im weiteren Verlauf des 19. Jhs. von „Rubens“ zu „Gr√ľnewald“ korrigiert wurde, denn der war damals noch nicht so ber√ľhmt wie heute. ¬†Was heute in Aschaffenburg h√§ngt ist eine Kopie, angefertigt in den 1940er Jahren von einem seinerseits nicht ganz unber√ľhmten Maler, Christian Schad.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Orgel / Organ (1984 & 2013; Klais Orgelbau, Bonn)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Orgel / Organ (1984 & 2013; Klais Orgelbau, Bonn)

Zweifellos gab es hier schon zu Stiftszeiten eine Orgel — was wurde daraus? ¬† Die √§lteste Orgel der Stiftskirche, auf die ich einen Hinweis finden kann, erbaute 1920 die Firma Steinmeyer in √Ėttingen (38/III+P, elektropneumatische Kegelladen, zu sehen hier). ¬†Auch in Aschaffenburg fielen Bomben — in der Stiftskirche wurden auch etwa Seitenalt√§re und das Chorgest√ľhl zerst√∂rt. ¬†Die Steinmeyer-Orgel blieb indes anscheinend unbesch√§digt. ¬†1957 wich sie einer neuen Orgel der heute nicht unbedingt hoch angesehenen Firma Weise (Plattling) (zu sehen hier). ¬†Diese besa√ü auf drei Manualen (eines davon ein R√ľckpositiv, wie es die jetzige Orgel nicht mehr aufweist) 45 Register, dazu im Pedal drei Transmissionen aus dem Hauptwerk. ¬†Die Traktur war elektropneumatisch, die Disposition neobarock, jedoch mit nicht weniger als 11 Achtfu√ü-Stimmen (davon drei Zungen) und vier Sechzehnfu√ü-Stimmen (davon zwei Zungen) in den Manualen nicht unbedingt sonderlich steil oder kopflastig. ¬† Was ich nicht wei√ü ist, in welchem Umfang vielleicht Register der Steinmeyer-Orgel erneut Verwendung fande. ¬†Immerhin 33 der 45 Register der Weise-Orgel wurden f√ľr die Klais-Orgel wiederverwendet. ¬† Vor einigen Jahren erwies sich, da√ü der Fu√ü der Prospektpfeifen unter ihrem Gewicht teilweise zusammengesackt war — sollte bei Einsatz hochwertigen Metalls eigentlich nicht vorkommen. ¬†Nun wei√ü ich nicht, von wann die Register im Prospekt stammen: sowohl 1957 als auch 1920 ist der Einsatz billigen Metalls wahrscheinlich. ¬†Was man da jetzt sieht, sieht eher hochwertig aus. ¬†Im Zuge der Erneuerung der Orgel wurden vier Register hinzugef√ľgt und eine elektronische Setzeranlage eingebaut. ¬†Die Orgel hat nunmehr 55 Register; die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Blick aus der Vorhalle Richtung Kreuzgang

An die Kirche schlie√üt sich ein Kreuzgang an, in seiner reichen Urspr√ľnglichkeit ein Fest f√ľr die Augen.

Aschaffenburg: Stiftkirche.  Kreuzgang / Cloister

Aschaffenburg: Stiftkirche. Kreuzgang / Cloister

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang (S√ľdfl√ľgel Blick Richtung Westen)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang (S√ľdfl√ľgel Blick Richtung Westen, zur Vorhalle)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang (S√ľdostecke)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang (S√ľdostecke)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang (Ostfl√ľgel)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang (Nordostecke)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang (Nordostecke)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang (Nordfl√ľgel)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang (Nordfl√ľgel)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang.  T√ľr im Nordfl√ľgel

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang. T√ľr im Nordfl√ľgel

„Anno d(omi)ni 1481“

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang. Blick auf das Nordquerhaus der Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang (Westfl√ľgel)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang (Westfl√ľgel)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang.  Grabstein mit Darstellung des hl. Christophorus

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang. Grabstein mit Darstellung des hl. Christophorus

Datiert 1432.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang.  Hl. Christophorus (Detail)

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang. Hl. Christophorus (Detail)

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang

Datiert 1421.

Aschaffenburg: Stiftskirche.  Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche. Kreuzgang

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Am Fuß der Freitreppe halten die beiden Titelheiligen Wache.  Hier der hl. Alexander von hinten.

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftskirche

Aschaffenburg: Stiftsplatz

Aschaffenburg: Stiftsplatz

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Die Aschaffenburger Altstadt weist erhebliche Bombensch√§den und -l√ľcken auf, es finden sich aber immer noch malerische Ecken.

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau / Parish church of Our Lady

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau / Parish church of Our Lady

Das lokal offenbar allgemein (und das trotz des langen Wortes!) als „Muttergottespfarrkirche“ bezeichnete Bauwerk weist einen romanisch-gotischen Turm auf, der vom Vorg√§ngerbau stammt und im Bild √ľber diesem sichtbar ist. ¬†Die Kirche selbst wurde von 1768 an nach Pl√§nen des b√∂hmischen Architekten Franz Boccorny (1719-71) neu errichtet und 1775 von Kurf√ľrst Friedrich Carl Joseph von Erthal geweiht.

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau

Das Deckengem√§lde sieht nur auf den ersten Blick barock aus. ¬†Tats√§chlich wurde es im Zweiten Weltkrieg zerst√∂rt…

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau.  Deckengemälde / Painted ceiling

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau. Deckengemälde / Painted ceiling (1965-67; Hermann Kaspar)

…und in den 1960er Jahren durch eines des M√ľnchner Kunstprofessors Hermann Kaspar (1904-86) ersetzt. ¬†Sinnigerweise war die Wiederberufung Kaspars auf einen Lehrstuhl 1957 deshalb keineswegs unumstritten, weil er nicht nur bereits w√§hrend des Nationalsozialismus Professor gewesen war. ¬†Vielmehr verkehrte er im engeren Umfeld Hitlers und Speers und war sogar etwa f√ľr die Ausstattung der Neuen Reichskanzlei mit Mosaiken und Einlegearbeiten zust√§ndig. ¬†Ein von Albert Speer im Zentralverlag der NSDAP herausgegebener Prachtband √ľber das Bauwerk enth√§lt auch Abbildungen einiger, √ľbrigens mit gutem Gewissen nicht schlecht zu nennender Arbeiten Kaspars — z.B. Intarsien f√ľr den „Schreibtisch des F√ľhrers“ oder auch f√ľr den „Kartentisch im Arbeitszimmer des F√ľhrers“… ¬†Angesichts der Tatsache, da√ü ohne den F√ľhrer kein neues Deckengem√§lde n√∂tig gewesen w√§re, verbl√ľfft die Vergabe dieses Auftrags an Kaspar doch ziemlich. ¬†Interessant auch, da√ü der Internetauftritt der Kirchengemeinde √ľber diese Zusammenh√§nge kein Wort verliert. ¬†Hier hei√üt es nur: ¬†„Es kam der Entwurf des Akademieprofessors Hermann Kaspar, M√ľnchen (1904 – 1982 [sic: recte 1986]) zur Ausf√ľhrung. Er schuf ein reifes Werk von erstaunlicher sch√∂pferischer Phantasie und bedeutender k√ľnstlerischer und religi√∂ser Aussage“ (Abruf am 21.07.2013).

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau

„Schwerste Kriegssch√§den erlitt die Kirche im Herbst 1944. Durch den Druck von Luftminen entstanden nicht nur am Turm bedrohliche Risse, sondern es st√ľrzten mit den D√§chern auch die Gew√∂lbe √ľber Chor und Langhaus in sich zusammen, womit die vollst√§ndige Zerst√∂rung der Deckenfresken verbunden war“ — so die Internetseite der Gemeinde. ¬†„Schwerste Kriegssch√§den“ stellt man sich eigentlich noch etwas schlimmer vor. ¬†Anscheinend hat nichts gebrannt, denn die vielen original wirkenden h√∂lzernen Ausstattungsst√ľcke waren schwerlich alle ausger√§umt worden. ¬†Auch das Orgelgeh√§use sieht aus, als habe ihm kein Krieg etwas angehabt. ¬†Das w√§re allerdings auch schwierig gewesen. ¬†Was einem die Internetseite der Gemeinde, die es neben teilweise beschriebenen und datierten barocken Ausstattungsobjekten abbildet, auch wieder nicht sagt ist, da√ü dieses ziemlich echt wirkende barocke Schnitzwerk erst 1954-55 entstand, f√ľr eine elektropneumatische Orgel der Allg√§uer Firma Hindelang, die 1970 ohne das Geh√§use an eine andere Kirche verkauft wurde. ¬†Das aktuelle Instrument im Geh√§use von 1955 wurde 1971 von der Firma Steinmeyer in √Ėttingen erbaut und 1989 um vier auf 35 Register auf drei Manualen und Pedal erweitert (wer hierf√ľr zust√§ndig war, konnte ich bislang nicht ermitteln). ¬†Tats√§chlich erhielt die Kirche bereits 1778 eine Orgel von Friedrich Georg Hugo, die aber 1880 nach Erlenbach bei Marktheidenfeld verkauft wurde (Stand damals 13/I+P). ¬†In das Geh√§use der Hugo-Orgel kam 1925 eine neue Orgel der Firma Link (12[!] / II[!]+P, pneumatische Kegelladen). ¬†So bei Abfassung der Stand der fabelhaften Orgeldatabase — Nachfrage im von mir frequentierten Orgelforum ergab freilich den Hinweis auf eine ganz neue Orgel der Firma Heissler, die wiederum die Link-Orgel ersetzt und auf ihrer Internetseite ein Bild des Instruments, d.h. des alten Geh√§uses von Hugo hat. ¬†Dieses war urspr√ľnglich wohl zweigeteilt und wurde bei der Neuaufstellung „zusammengeschoben“:Orgel kath. Pfarrkirche Erlenbach bei Marktheidenfeld

Aschaffenburg:

Aschaffenburg: Pfarrkirche Unser Lieben Frau

Das Gest√ľhl (mindestens die Wangen) sieht alt aus und war w√§hrend des Krieges schwerlich ausgelagert. ¬†Kaspars Fresken nehmen auch die Westwand hinter der Orgel ein und reichen bis unter die Orgelempore hinab.

Aschaffenburg: Schönborner Hof

Aschaffenburg: Schönborner Hof

Das Geb√§ude wurde nach Pl√§nen von Matthias von Saarburg 1673-81 f√ľr den kurmainzischen Obersthofmarschall Melchior von Sch√∂nborn errichtet. ¬†Die Familie Sch√∂nborn verkaufte es 1832 an die Stadt Aschaffenburg. ¬†Danach wurde es zun√§chst als Gerichts- und Verwaltungssitz, sp√§ter als Schule genutzt. ¬†Jetzt befinden sich dort ein naturwissenschaftliches Museum sowie das Stifts- und Stadtarchiv.

Aschaffenburg: Haus Zum Storchennest (um 1600)

Aschaffenburg: Haus Zum Storchennest (um 1600)

Aschaffenburg: Haus Zum Storchennest.  Portal mit Ehewappen Faust von Stromberg/Hettersdorf

Aschaffenburg: Haus Zum Storchennest. Portal mit Ehewappen Faust von Stromberg/von Hettersdorf

1699 an die Familie Schönborn verkauft, wurde das Gebäude danach in den Schönborner Hof integriert.

Aschaffenburg: Kino "Casino"

Aschaffenburg: Kino „Casino“

Das Kino gab es anscheinend „schon immer“, die aktuelle Erscheinung geht aber auf einen Umbau in j√ľngster Zeit zur√ľck.

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Die Aschaffenburger „Altstadt“ hat einen richtig alten Teil zwischen Stiftskirche und Schlo√ü und einen hier zu sehenden gr√∂√üeren und etwas neueren.

Aschaffenburg: Sandkirche

Aschaffenburg: Sandkirche

Der Kirchturm ist ein umfunktioniertes Stadttor.

Aschaffenburg: Sandkirche

Aschaffenburg: Sandkirche

Die allgemein offenbar als „Sandkirche“ bezeichnete „Wallfahrtskirche Zur wei√üen Lilie –Mari√§ Heimsuchung“ entstand in ihrer heutigen Form 1756/57. ¬†Auch hier fielen die Decken (und die Turmhaube), sonst aber anscheinend nichts dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. ¬†Die Deckenfresken wurden ab 1986 von dem W√ľrzburger Maler Wolfgang Lenz nachgeschaffen.

Aschaffenburg: Sandkirche

Aschaffenburg: Sandkirche

Die Orgel der Sandkirche stand bereits im Vorg√§ngerbau und war urspr√ľnglich ein Werk des Frankfurter Orgelbauers Hans Georg Steigleder von 1713/14. ¬†1929 tauschte die Firma Siemann (M√ľnchen) das Werk aus. ¬†1990 wurde die Orgel von Winfried Elenz (W√ľrzburg) umgebaut; von den jetzt 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal stammen 10 noch aus der Orgel von 1929.

Aschaffenburg: Sandkirche.  Orgelprospekt / Organ case (1714)

Aschaffenburg: Sandkirche. Orgelprospekt / Organ case (1714)

Aschaffenburg: Sandkirche

Aschaffenburg: Sandkirche

Sehr ökumenisch.  (Die Christuskirche ist evangelisch.)

Aschaffenburg: Sandkirche

Aschaffenburg: Sandkirche

Aschaffenburg: Park Schönthal

Aschaffenburg: Park Schöntal und Sandkirche (von der Beginenkirche aus)

Aschaffenburg: Park Schönthal

Aschaffenburg: Park Schöntal.  Ruine der Beginenkirche (16.Jh.)

Das Sch√∂ntal war seit dem 15.Jh. als Tiergarten/Wildgehege der Mainzer Kurf√ľrsten ummauert. ¬†Albrecht von Brandenburg lie√ü den Tiergarten vergr√∂√üern und stiftete ein Beginenkloster; erste √Ąbtissin wurde seine Lebensgef√§hrtin Agnes Pless. ¬†Das Kloster scheint nicht lange bestanden zu haben; 1552 brannte die Kirche ab und wurde anscheinend nie wieder aufgebaut. ¬† Kurf√ľrst Friedrich Carl Joseph von Erthal lie√ü den Tiergarten ab etwa 1780 zum Landschaftspark umgestalten, in den die Kirchenruine als Blickfang integriert wurde.

Aschaffenburg: Herz-Jesu-Kirche (1928/29; Albert Bloßlet)

Aschaffenburg: Herz-Jesu-Kirche (1928/29; Albert Bloßlet)

Aschaffenburg: Herz-Jesu-Kirche

Aschaffenburg: Herz-Jesu-Kirche

Aschaffenburg: Herz-Jesu-Kirche.  Orgel / Organ (1995; Hans Georg Vleugels)

Aschaffenburg: Herz-Jesu-Kirche. Orgel / Organ (1995; Hans Georg Vleugels)

Die Orgel (63/IV+P) hat mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert